KunstBewusst verbindet spannende Einblicke in die Welt von Kunst und Museum mit FREUNDschaftlichen Begegnungen und Gesprächen.
Kunst löst Fragen aus! Diese auf interessante Weise zu beantworten, leistet die von den Freunden und der Fritz Thyssen Stiftung gemeinsam präsentierte Vortragsreihe "KunstBewusst". Sei es ein klassischer Expertenvortrag zu einer aktuellen Ausstellung, ein Künstlergespräch, ein übergreifender Vortrag zur Thematik "Museum und Sammlung" oder eine Hörspielperformance auf der Dachterrasse des Museums Ludwig. Im Anschluss an die Vorträge bietet sich bei einem Imbiss von Kunz-Mahl die Gelegenheit zum Gedankenausstausch.
Nächste Termine:
HIGHLIGHT
The globalizing artworld: How Aboriginal art escaped from primitive art to become contemporary art
Prof. Ian McLean
Donnerstag(!) 08.07.2010, 19.00 Uhr
Vortrag (engl.) anlässlich der kommenden Ausstellung „Remembering Forward – Malerei der australischen Aborigines seit 1960“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Obwohl die Kunst der Aborigines exotisch wirken kann, setzt sie sich de facto mit denselben Themen auseinander wie europäische Kunst, nämlich den Auswirkungen einer sich verändernden/modernen Welt. Dieser Vortrag zeigt, wie die zunehmende Globalisierung der letzten Dekaden die eurozentrischen Paradigmen der Kunstwelt herausfordert; und im Zuge dessen einen Raum für die Kunst der australischen Ureinwohner innerhalb zeitgenössischer Ausstellungskontexte ermöglicht. Es wird die Legitimation der Aboriginal Art in Bezug auf das Zeitgenössische untersucht sowie ihre Ablehnung bzw. Flucht hinsichtlich einer früheren europäischer Reduktion auf eine Form von Primitivismus.
Ian McLean ist Professor for Visual Arts an der University of Western Australia und ausgewiesener Experte für Aborigines Art.
West meets East with a Pop! – Ostasiatisches in Roy Lichtensteins Kunst
Dr. Karen Bandlow-Bata
Dienstag 13.07.2010, 19.00 Uhr
Vortrag anlässlich der Ausstellung „Roy Lichtenstein – Kunst als Motiv“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Die beständige Auseinandersetzung mit dem Werk anderer Künstler und Kulturen ist ein Charakteristikum der Kunst Roy Lichtensteins. Wie sehr jedoch nicht nur sein eigener – der westliche – Kulturkreis, sondern auch der ostasiatische für Roy Lichtenstein von Bedeutung ist, ist kaum bekannt. Der Vortrag gibt Einblicke in Lichtensteins Begegnung mit ostasiatischer Kunst und Kultur und zeigt auf, wie sich diese in seinen Werken niederschlägt. Wie setzt er diese Anregungen in sein Schaffen um, welche Aspekte greift er auf, welche lässt er beiseite, welche transformiert er in welcher Weise? Im Zentrum des Vortrags stehen die Gemälde, Collagen und Zeichnungen der Serie Landscapes in Chinese Style, die in der Ausstellung „Kunst als Motiv“ zu sehen sind.
Dr. Karen Bandlow-Bata ist Kuratorin sowie Researcher an der Roy Lichtenstein Foundation, New York.
Max Slevogt – Die Welt als Bühne und Schauspiel
Dr. Götz Czymmek
Donnerstag 15.07.2010, 19.00 Uhr
Vortrag anlässlich der Ausstellung „Liebermann, Corinth, Slevogt – Die Landschaften“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Es fällt schwer, Slevogts Bilder als statische Objekte zu beschreiben. Stets findet sich in ihnen ein Moment der Bewegung, die Lust zur Inszenierung, die Hingabe an den wechselhaften Augenblick, die eine dynamische Betrachtung erfordern. In seinem berühmten Rollen-Porträt des Sängers d'Andrade steht Don Giovanni nicht etwa nur auf der Bühne, sondern man meint ihn singen zu hören. Und seine Landschaftsbilder wirken durch die Lebhaftigkeit und Durchsichtigkeit des leichten Farbauftrags wie flüchtige, dem Moment geschuldete Erscheinungen. Diese Freude am Drama und an der Bewegung zieht sich wie ein roter Faden durch Slevogts Werk und soll in diesem Vortrag besonders hervorgehoben werden, als Agens und Kontrapunkt eines künstlerischen Lebens.
Dr. Götz Czymmek ist Leiter der Abteilung "Malerei und Skulptur des 18. und 19. Jahrhunderts" im Wallraf.
Lichtenstein’s Children: Feeling and Expression in Contemporary Art
Prof. Michael Lobel
Dienstag 24.08.2010, 19.00 Uhr
Vortrag (engl.) anlässlich der Ausstellung „Roy Lichtenstein – Kunst als Motiv“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Roy Lichtensteins Kunst kehrt immer wieder zum Problem des Ausdrucks zurück, soll heißen wie kommuniziert ein Künstler Gefühle mittels eines statischen Bildes oder Objektes. Seine bekanntesten Bilder der 1960er Jahre mit weinenden Mädchen oder militärischen Schlachten zeigen die stärksten menschlichen Emotionen – Traurigkeit, Wut, Freude – mit Hilfe einer kalten, passiven Sprache mechanischer Reproduktion. Dieser Vortrag wird genau diese Spannung in Lichtensteins Werk zwischen der gleichzeitigen Darstellung und Zurückhaltung von Emotionen untersuchen, um dann den damit zusammenhängenden Einfluß des Werks auf die zeitgenössische Kunst zu erkunden.
Michael Lobel ist Professor für Kunstgeschichte an der State University of New York und ist Experte für das Werk Roy Lichtensteins.
Screen Ästhetik
Prof. Liz Kotz
Freitag(!) 03.09.2010, 19.00 Uhr
Vortrag (engl.) anlässlich der Ausstellung „Bilder in Bewegung. Künstler & Video/Film“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Spätestens seit den 1960er Jahren beginnt die Annäherung der ästhetischen Ausdrucksformen der Kunst und des Films bzw. des Kinos. Die kinematographische Ästhetik expandiert in den Kunstraum; dieser wird zum Projektionsfeld für Experimente an der Schnittstelle zwischen Film, Performance, Video und Installation. Die historischen und kulturellen Rezeptionsarchitekturen des Kinos und des Museums verbinden sich zu heterogenen Erfahrungsräumen, die neue Perspektiven auf die visuelle Praxis eröffnen und Fragen an den sozialen Raum und die kulturellen Austauschprozesse richten.
Liz Kotz ist Professorin am Art History Department der University of California, Riverside.
KunstBewusst Spezial Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich!
„Nicht von Hand gezeichnet.“ Autopoietische Zeichnungen: Abdrucke, Pausen, Lichtspuren etc.
Dr. Thomas Ketelsen
Donnerstag 09.09.2010, 19.00 Uhr
Werkstatt-Gespräch anlässlich der Ausstellung „Von Licht gezeichnet. Das cliché verre“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Graphisches Kabinett im Wallraf
Jede graphische Sammlung bewahrt eine Vielzahl von zeichnerischen und graphischen Arbeiten auf, denen der Kunstwerk-Charakter im strengen Sinne abgesprochen wird. Es handelt sich um Abklatsche, Pausen oder Lichtspuren, die auf rein mechanischem Wege, scheinbar ohne künstlerische Intention, ausgeführt wurden oder gar ohne jedes menschliche Zutun entstanden sind. Auch das cliché verre wird als Zeichnung der Natur oder des Lichts aufgefasst. In einem Werkstatt-Gespräch sollen diese kleinen und unspektakulären Erscheinungen auf Papier vorgestellt und als ästhetische Randerscheinungen mit der hohen Kunst der Graphik und Zeichnung konfrontiert werden.
Dr. Thomas Ketelsen ist seit dem 1. April 2010 Leiter der Graphischen Sammlung im Wallraf.
HIGHLIGHT
organisierte Punkte...durchsieben – Weichteile in Roy Lichtenstein
Thomas Bayrle
Dienstag 14.09.2010, 19.00 Uhr
Vortrag anlässlich der Ausstellung „Roy Lichtenstein – Kunst als Motiv“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Raster … sind das Saatgut der traditionellen Zeitungsbilder = rasende / reale Pünktchen – die Nasen oder Münder in Zeitungen oder Drucksachen bilden – das heisst gebildet haben ... / bis der unselige, langweilige Pixel aufkam, der unsere Augen stofflich so dermassen langweilt, dass sie – als Ersatz für entgangene strukturelle Freuden – immer mehr und mehr „Bildchen“ fordern … also Massen … wie im Märchen vom überlaufenden Griesberg …
Thomas Bayrle ist ein international renommierter Künstler. Er setzt sich in seiner künstlerischen Arbeit immer wieder mit Seriellem, Rastern und Punkten auseinander.
Roy Lichtenstein, die Sammlung Ludwig und ein neues Bild
Dr. Stephan Diederich
Dienstag 21.09.2010, 19.00 Uhr
Vortrag anlässlich der Ausstellung „Roy Lichtenstein – Kunst als Motiv“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Innerhalb der Pop Art Sammlung des Museum Ludwig stellen die Werke von Roy Lichtenstein einen Schwerpunkt dar. "M-Maybe" ist geradezu ein Markenzeichen des Museums, wichtige Gemälde sind Bestandteil der aktuellen Ausstellung "Roy Lichtenstein - Kunst als Motiv". Mit "Tall Mountains" wurde nun ein hochkarätiges Spätwerk des Künstlers im Vorfeld der Ausstellung von der Peter und Irene Ludwig Stiftung erworben. Der Vortrag wirft einen Blick auf Roy Lichtenstein in der Sammlung Ludwig, stellt die Neuerwerbung vor und skizziert einige wesentliche Aspekte der aktuellen Ausstellung.
Dr. Stephan Diederich ist Kurator am Museum Ludwig.
HIGHLIGHT
The Hopeless Animal and The End of Nature
Mark Z. Danielewski
Donnerstag 30.09.2010, 19.00 Uhr
Vortrag (engl.) anlässlich der Ausstellung „Auf Leben und Tod“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Die Frage des Menschheits-Dilemmas „Raum“ wird in der Nomenklatur des Natürlichen angegangen, genauer: mittels Positionierung des Tieres als Partner, Gegenspieler, Anekdote, Dozent, Projektionsfläche, Allegorie, Stellvertreter, Gefäß, Wächter, Differenz, das Gleichgültige, Notwendigkeit, Gefangener, Gottheit, Chiffre und schließlich als das unausdenkend Menschliche. Daraus ergibt sich selbstverständlich eine breite Themenpalette: von der emotionalen Topographie von Furcht und Hoffnung über selbstgemachte Oberflächen des Verneinens bis hin zu Nacktheit, Pelzfetischismus, mechanisierter Begleitung – aber auch mittelalterlichen Bestiarien, Zoos, der Haustier-Industrie (ganz zu schweigen von bildgewordenen Idyllen, Tierfotografie und drolligen Kreaturen auf youtube). Aufmerksame Seitenblicke fallen auf Denker wie Walton Ford, Giorgio Agamben, Valentino Braitenberg, Temple Grandin und vielleicht Cesar Milan. Ob Danielewski es tatsächlich schafft, all das zu einem kohärenten Ganzen zusammen zu ziehen, bleibt vorerst unklar. Vor allem, da dieses Ganze natürlich auch Themenbereiche wie synthetische Intelligenz, spekulative Fiktion und die Architektur des Schicksals umfassen muss. Trotzdem wird er am Ende des Vortrages vielleicht deutlich gemacht haben, warum – bei einer Betrachtung des menschlichen Raum-Dilemmas unter tierischem Aspekt – die Natur jetzt notwendigerweise an ein Ende gelangt. Möglicherweise dient ihm das Alles aber auch nur als pompöse Ausrede, um über seine Katze zu sprechen.
Mark Z. Danielewski (* 1966) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Denker, der vor allem mit seinem Kultroman „House of Leaves“ zu internationaler Berühmtheit gelangt ist.
Eintritt KunstBewusst-Veranstaltungen: 2,50 Euro / ermäßigt 1,50 Euro / Mitglieder der Freunde frei.
Gibt es Themen und Referenten, die Sie besonders interessieren?
Wir freuen uns über Ihre Anregungen!
Begehrte Gäste renommierter Institutionen der Kunst und Kultur aus dem In- und Ausland waren u.a.:
Ivan Nagel, Tuula Arkio, Gottfried Boehm, Georg Stefan Troller, Friedrich Kittler, Willibald Sauerländer, Diedrich Diederichsen, Klaus Theweleit, Klaus Albrecht Schröder, Douglas Crimp, Thomas Meinecke, Katharina Sieverding, Thomas Macho, Walter Grasskamp, Thomas Ruff, Martin Warnke, Neo Rauch, Hans Belting, Wim Crouwel, Richard Brettell, Tobias Rehberger, Marina Abramovic, Kim Gordon & Jutta Koether, Oswald Wiener, Thomas Reiter, Richard Hell, Liam Gillick, Werner Busch, Geoffrey Batchen, Benjamin Buchloh, Harun Farocki, Franz West, Max Hollein, Ruedi Baur.







