KunstBewusst verbindet spannende Einblicke in die Welt von Kunst und Museum mit FREUNDschaftlichen Begegnungen und Gesprächen.
Kunst löst Fragen aus! Diese auf interessante Weise zu beantworten, leistet die von den Freunden und der Fritz Thyssen Stiftung gemeinsam präsentierte Vortragsreihe "KunstBewusst". Sei es ein klassischer Expertenvortrag zu einer aktuellen Ausstellung, ein Künstlergespräch, ein übergreifender Vortrag zur Thematik "Museum und Sammlung" oder eine Hörspielperformance auf der Dachterrasse des Museums Ludwig. Im Anschluss an die Vorträge bietet sich bei einem Imbiss von Kunz-Mahl die Gelegenheit zum Gedankenausstausch.
Nächste Termine:
Die Revolution sind wir? Beobachtungen zur politischen Kunst heute
Prof. Claus Leggewie
Dienstag 31.01.2012, 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung „Vor dem Gesetz“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Wenn die Zeiten nach Umwälzung bestehender Verhältnisse rufen, wird oft auch die Kunst politischer. Aber wie? Als Agitation und Propaganda, in documenta-Diskursen, oder qua Kunst? Claus Leggewie stellt aktuelle Versuche vor und stellt sie in den Kontext globaler sozialer Protestereignisse und -bewegungen.
Claus Leggewie ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.
Gastspiel Universität Köln
02.02.2012 Museum Ludwig
Der politische Appell von Kunst: Möglichkeiten existentieller und ästhetischer Erfahrung am Beispiel der Skulptur der 50er Jahre
Prof. Andreas Speer und Kasper König
Öffentlich vs. Privat – Die Zukunft deutscher Kunstmuseen
Prof. Michael Göring
Donnerstag 09.02.2012, 19.00 Uhr
Vortrag in der Reihe „Museum und Sammlung“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Der Druck auf die Museumsleiter nimmt seit Jahren zu: Wer sammelt die meisten privaten Mittel, wer gewinnt die finanzstärksten Sponsoren? Aber wie sonst sind große Ausstellungen und teure Erwerbungen überhaupt noch zu schultern? Andererseits entstehen private Ausstellungshäuser. Die Kunsthalle in Emden, das Bucerius Kunst Forum in Hamburg, das Museum Frieder Burda in Baden-Baden und einige mehr zeigen, dass auch private Träger mit oder ohne eigene Sammlung Publikumsmagneten werden. Wächst hier eine neue Konkurrenz heran? Können öffentliche Kunstmuseen von privaten lernen? Kann man kooperieren?
Prof. Michael Göring leitet die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Hamburg, die Trägerin des Bucerius Kunst Forums, das im Jahr 2011 über 250 000 Besucher angelockt hat.
Cosima von Bonin’s Köln der 90er Jahre: eine Märchenstunde
Daniel Buchholtz, Diedrich Diederichsen, Isabelle Graw, Michael Krebber und Katia Baudin
Dienstag 14.02.2012, 19.00 Uhr
Gespräch zur Ausstellung „Cosima von Bonin's Cut! Cut! Cut!“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Cosima von Bonin’s Entwicklung als Künstlerin ist eng verbunden mit Köln. Mitentscheidend war dabei Ihre Begegnung mit dem Künstler Martin Kippenberger, zu dessen inneren Kreis sie gehörte. Es war die Epoche, in der Köln im kreativen und intellektuellen Bereich der zeitgenössische Kunst und Musik maßgeblich war, was sich u.a. widerspiegelte durch Texte zur Kunst und Spex. In diesem Kontext, ist die Künstlerin Cosima von Bonin „groß geworden“. Wie war es, damals in Köln als Künstler zu leben und zu arbeiten? Welche Spuren haben diese Jahre hinterlassen?
Isabelle Graw ist u.a. Herausgeberin von Texte zur Kunst, Diedrich Diederichsen arbeitet als Kulturwissenschaftler und ist Professor in Wien, Michael Krebber ist Künstler, mit CvB verheiratet und Professor an der Städelschule in Frankfurt am Main und Daniel Buchholz ist (CvB's) Galerist und leitet zusammen mit Christopher Müller Galerien in Köln und Berlin.
Rückverzauberung + „Dawn of the Dead“
Wolfgang Voigt und ein Film von George A. Romero
Donnerstag (!) 01.03.2012, 18.45 und 21.15 Uhr
Konzert und Film anlässlich der Ausstellung „Cosima von Bonin's Cut! Cut! Cut!“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kinosaal und innerhalb der Ausstellung, im DC-Saal, Museum Ludwig
Cosima von Bonin hat Kulturschaffende aus den Bereichen Musik, Theater, Literatur, Film und Kunst eingeladen an ihrer Ausstellung und am Rahmenprogramm teilzunehmen. Hierzu gehört der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor George A Romero, dessen schräge, Lowbudget Horrorfilme mit Zombie Gestalten Kultstatus erreicht haben. Bonin hat für diesen Abend Romero’s zweiten Zombie Film Dawn of the Dead ausgewählt – eine explizite Kritik an der amerikanischen Konsumkultur. Der Abend wird fortgesetzt mit einem Konzert von Wolfgang Voigt innerhalb der Ausstellung. Voigt ist Musikproduzent und Künstler, er gilt als wichtigster Wegbereiter des „Kölner Minimaltechno“ und ist Mitbegründer des weltweit erfolgreichen Elektroniklabels Kompakt.
Friedrich Nerlys „Grotte des Posillipo“ und die Geschichte der klassischen Unterweltsreise nach Italien
Dr. Fritz Emslander
Donnerstag 08.03.2012, 19.00 Uhr
Vortrag in der Reihe „Neue Perspektiven“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Der antike Straßentunnel durch den Berg Posillipo bei Neapel war das südliche Nadelöhr der Grand Tour, das alle Reisenden zu passieren hatten. Jenseits wartete die vulkanische Landschaft der flegreischen Felder, wo man seit der Antike den Hades und das Elysium der Dichter lokalisierte. Direkt über der Grotte pilgerte man zum mutmaßlichen Grab des Vergil und rief sich die Unterweltsfahrt des Aeneas ins Gedächtnis. Und so stilisieren die Reisebeschreibungen auch die Durchfahrt durch den Tunnel mit ihren Gefahren und ästhetischen Zumutungen zum Spektakel. Das Gemälde Friedrich Nerlys bringt uns auf diesen Gang durch die „Eingeweide der Erde“ – im reizvoll erlebten Spannungsfeld zwischen Reisealltag und mythologischer Überhöhung.
Fritz Emslander ist Kurator für zeitgenössische Kunst am Museum Morsbroich, Leverkusen, und promovierte über Italiens Grotten im 18. Jahrhundert.
Die Masken der Schönheit. Hendrick Goltzius und die Imitatio artis um 1600
Prof. Jürgen Müller
Donnerstag 15.03.2011, 19.00 Uhr
Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung „Artisten der Linie. Hendrick Goltzius und die Kunst der Graphik um 1600“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Im Laufe des 16. Jahrhunderts entsteht in der bildenden Kunst ein Bewusstsein eigener Modernität. Damit geht die Frage einher, ob die Vergangenheit als Maßstab aktueller Kunstproduktion gelten kann. Klassische Modelle der Imitatio artis, die vom Künstler die Nachahmung antiker oder italienischer Kunst fordern, werden als unzureichend empfunden. Der Vortrag will dieses Problem nachzeichnen und am Beispiel ausgewählter Kunstwerke seine Auswirkungen diskutieren. Dabei stehen Allegorien von Hendrick Goltzius im Zentrum, der eine Mittlerrolle zwischen Modernisten und Traditionalisten einnimmt.
Jürgen Müller ist Professor an der Technischen Universität Dresden.
To be Confirmed
Über „Vor dem Gesetz“
Stephan Balkenhol
Dienstag 20.03.2012, 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung „Vor dem Gesetz“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Gesetz, Eigengesetz, Autonomie
Prof. Rainer Metzger
Dienstag 27.03.2012, 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung „Vor dem Gesetz“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Vor dem Gesetz sitzt ganz buchstäblich Brutus, wie ihn Jacques-Louis David in seinem Gemälde, das nicht von ungefähr 1789 entstanden ist, inszeniert. Im Hintergrund wird die Leiche seines Sohnes hereingebracht; die Staatsraison, verkörpert von ihm, Brutus, selbst, hat dessen Hinrichtung gewollt. Brutus im Nacken ist die Statue der Dea Roma aufgepflanzt, damit nur jeder versteht, woher das Kommando kommt. Doch ist dieses, ganz statuenhafte Gesetz nicht das einzige. Im Gegenteil: Ungewöhnliches dringt nun ein in die Geschichten und in die Bilder, ein Impuls, ein Impetus, ein Imperativ, der sie von Grund auf verändert. Es beginnt das Zeitalter der Moderne.
Rainer Metzger ist Professor für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Karlsruhe.
„Vor die Idee haben die Götter das Ungeheuer gesetzt“. Auf den Spuren des Kunsthistorikers Aby Warburg
Prof. Ulrich Rehm
Donnerstag 29.03.2011, 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung „Die entfesselte Antike. Aby Warburg und die Geburt der Pathosformel“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Wer war Aby Warburg? Obwohl der Hamburger Kunsthistoriker mit der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg eine der maßgeblichen kunsthistorischen Forschungseinrichtungen begründet hatte, war er im Laufe der Nachkriegszeit nahezu in Vergessenheit geraten. Abhilfe gab es erst 1970, dank einer Biographie von Ernst Gombrich. Und in der letzten Zeit erfolgen zunehmend Versuche, die Persönlichkeit und die wissenschaftlichen Verdienste Warburgs neu zu konturieren, nicht zuletzt im Rahmen einer sich etablierenden Bildwissenschaft. Ausgehend vom spektakulären Hamburger Dürer-Vortrag im Jahr 1905, in dem Warburg erstmals mit dem Begriff der ‚Pathosformel‘ operierte, sollen wesentliche kunsthistorische Impulse Warburgs vorgestellt werden.
Prof. Ulrich Rehm ist Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte des Mittelalters der Ruhr-Universität Bochum.
Eintritt KunstBewusst-Veranstaltungen: 2,50 Euro / ermäßigt 1,50 Euro / Mitglieder der Freunde frei.
Gibt es Themen und Referenten, die Sie besonders interessieren?
Wir freuen uns über Ihre Anregungen!
Begehrte Gäste renommierter Institutionen der Kunst und Kultur aus dem In- und Ausland waren u.a.:
Ivan Nagel, Tuula Arkio, Gottfried Boehm, Georg Stefan Troller, Friedrich Kittler, Willibald Sauerländer, Diedrich Diederichsen, Klaus Theweleit, Klaus Albrecht Schröder, Douglas Crimp, Thomas Meinecke, Katharina Sieverding, Thomas Macho, Walter Grasskamp, Thomas Ruff, Martin Warnke, Neo Rauch, Hans Belting, Wim Crouwel, Richard Brettell, Tobias Rehberger, Marina Abramovic, Kim Gordon & Jutta Koether, Oswald Wiener, Thomas Reiter, Richard Hell, Liam Gillick, Werner Busch, Geoffrey Batchen, Benjamin Buchloh, Harun Farocki, Franz West, Max Hollein, Ruedi Baur, Wade Guyton, Thomas Bayerle, Mark Z. Danielewski, Clemens von Wedemeyer, Christian Lacroix, Barbara Vinken, Winfried Nerdinger.







