Boulevard und Banlieue – Zur Dialektik von Zentrum und Peripherie des modernen Paris

Dr. Klaus Ronneberger

Vortrag anlässlich der Ausstellung „Paris erwacht!“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf

Die Umgestaltung von Paris zur monumentalen Metropole durch Baron Haussmann ab 1850 wurde nicht zuletzt mit dem rigiden Mittel der Kahlschlagsanierung durchgesetzt. Ähnliche Prozesse wiederholten sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der rénovation urbaine mit flächendeckenden Abrissen ganzer Quartiere und der Schaffung der banlieue. Raumtheoretiker Henri Lefebvre, Künstler und Aktivisten aus dem Kreis der Situationisten und Filmemacher wie Jacques Tati und Godard kritisierten diese Stadtentwicklungspolitik.
Der Frankfurter Stadtsoziologe Klaus Ronneberger beschäftigt sich seit den 1970er Jahren grundlegend mit den sozialen und kulturellen Veränderungen der europäischen Stadt. Bekannt wurde er als Co-Autor des Buches „Stadt als Beute“, das das Phänomen der Gentrifizierung untersuchte.