Der Markusplatz in Venedig im Zeitalter Jacopo Tintorettos

Prof. Wolfgang Wolters

Vortrag anlässlich der Ausstellung „Tintoretto“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf

Die Spannung zwischen venezianischer Bautradition und dem Anspruch der Prokuratoren de supra, mit ihren Bauten an antike und nachantike, jedenfalls an römische Bauwerke zu erinnern, ist im 16. Jahrhundert bei wichtigen Bauvorhaben an der Piazza spürbar. Aber nicht allein das Bauen, auch Debatten, wie man nach dem Brand des Dogenpalasts (1577) mit dessen Folgen für den Bau und seine Ausstattung umgehen solle, gehören in unseren Zusammenhang. Bei den Skulpturen an der Liberia und der Loggetta wird es um Bedeutungen aber auch um zeitgenössische Überlegungen der Bildhauer zur angemessenen Darstellung gehen. Fragen der Werkstattpraxis bei Bildhauern werden aufgeworfen und so auch an Gemeinsamkeiten mit Werkstätten zeitgenössischer Maler erinnert. Die Innenräume der Neubauten, deren Funktion und deren Ausschmückung werden als ein wichtiger Teil des Bauens betrachtet.
Wolfgang Wolters war Professor für Kunstgeschichte an der TU Berlin und ist Experte für venezianische Kunst.