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Der vegane Löwe

Prof. Chus Martinez

Vortrag anlässlich der Ausstellung „Haegue Yang“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig, Südeingang

 

Chus Martinez wird über Kunst und Kultur sprechen. Und in diesem Zusammenhang spricht Martinez überraschend über einen veganen Löwen. Es scheint vermessen, an ein Raubier zu denken, das sich entscheidet, seine Instinkte zu negieren und das Jagen von anderen Tieren oder sogar Menschen aufgibt … auch wenn der Gedanke fasziniert. Martinez stellt sich diesen Löwen im Dschungel vor, entspannt, nachdenklich, seine Zeit als wilder Jäger hinter sich lassend. Sie fantasiert über Gespräche des Löwen mit anderen LöwInnen über die Kämpfe der Vergangenheit bei denen es um Leben und Tod ging, ein einziger Biss konnte entscheiden. Ah! Nun ist die Freude eine andere: stundenlange Gespräche mit den Gazellen … was diese für ein Leben haben … Später wird es um das Konzept des „Klimawandels“ gehen. Dieser scheint eine ganze Kette kultureller Veränderungen nach sich zu ziehen. Veränderungen einer neuen Zeit. Medien und sozio-politische Debatten nutzen den Begriff „Klimawandel“ ständig ohne anzumerken, wie dieser die radikale Transformation, die die menschliche Aktivität unserer natürlichen Umwelt und dem Leben an sich auferlegt, unberücksichtigt lässt. Martinez wird dem ein weiteres Beispiel hinzufügen: Gleichheit zwischen Individuen, auch Individuen unterschiedlicher Spezies und Geschlechter, somit die Möglichkeit des Erreichens eines einfachen Versprechens: das Niemand eine Bevorzugung oder Privilegien im Reich des Lebens verdient. Und all dies steht im Bezug zur Kunst von Haegue Yang.
Chus Martínez ist die Leiterin des Instituts für Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel.