Ein Spaziergang durch die Kunst

Teil 4

Entlang der Außenwände des Museum Ludwig erstreckt sich eine rund 5000 Quadratmeter große Fläche, die vom Vorplatz bis zum Fuß der Freitreppe reicht. Wir alle haben sie schon einmal überquert – auf dem Weg zum Ludwig, zum Bahnhof oder zum Rhein, bei einem Spaziergang durch die Stadt oder bei einer Besichtigung unseres Kölner Doms. Darüber hinaus kennen wir diese Fläche als Sperrgebiet, wenn die Philharmonie eines ihrer wunderschönen Konzerte erklingen lässt und die Geräusche unserer Schritte bloß nicht in den Konzertsaal dringen dürfen.

Was viele jedoch nicht wissen: Der Vorplatz, die geschwungenen Stufen, die uns zum Rhein hinunter führen, der aus Eisenblöcken bestehende Turm, die eingelassene Eisenplatte und sogar die Bäume sind Teil des umfassenden Gesamtkunstwerkes “Ma´alot” des israelischen Künstlers Dani Karavan.
Der Titel Ma´alot wird übersetzt mit “Stufen” oder “Aufstiegsgesang” und ist im hebräischen ein biblisches Wort. Dieser Bezug spiegelt sich auch in der Platzierung des Turmes aus Gußeisenblöcken, der die einst in Verlängerung des Domchores errichtete mittelalterliche Kirche St. Maria ad gradus ersetzt. Der Aufstieg, das “Oben” im Gegensatz zum “Unten” und die “obere Welt” werden so mehrdeutig thematisiert.

Dabei soll das Werk als Treffpunkt fungieren, ein Ort der “Erinnerung und Assoziationen […]  zum Schauen, zum Durchgehen, zum Verweilen” sein (Daniel Karawan).
Indem im Environment-Kunstwerk unterschiedliche Elemente der Umgebung aufgegriffen werden, werden die umliegenden Orte, Oberflächen und Materialien in Beziehung gesetzt. So wirkt der Platz mit seinen roten Pflastersteinen fast wie eine Art Fortführung der Fassade des Museums. Das Gußeisen in der Fläche und den Formen rekurriert auf die Bahnhofsschienen und der verwendetet Granit findet sich auf dem Roncalli-Platz wieder.
Es entsteht ein Dialog zwischen der Stadt, ihrer Geschichte, der Architektur und der Natur. Schaut doch einmal genauer hin, wenn ihr das nächste Mal den “Heinrich-Böll-Platz” überquert und dabei schon inmitten des Gesamtkunstwerk von Dani Karavan steht.

jungekunstfreunde

Ein Spaziergang durch die Kunst
Teil 1

01.08.2020

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Teil 2

01.08.2020

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Teil 4

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Teil 5

01.08.2020