Rembrandt Harmensz. van Rijn: Self-Portrait with Two Circles, Kenwood House London, 1665 - 1669, Detail (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Rembrandt und die Kunst des 16. Jahrhunderts nördlich der Alpen

Prof. Dr. Volker Manuth

Vortrag anlässlich der Ausstellung „Inside Rembrandt“

In vielen seiner Werke manifestiert sich Rembrandts anhaltendes Interesse an der Malerei und Graphik des 16. Jahrhunderts. Eine besondere Rolle für ihn spielten dabei Werke von Künstlern aus dem Norden Europas. Sowohl inhaltlich wie auch hinsichtlich anderer bildgestalterischer Mittel ließ Rembrandt sich immer wieder von ihnen inspirieren. Auch bei der Ausbildung seiner Schüler bediente er sich der vorbildhaften Wirkung bedeutender Künstlerkollegen des 16. Jahrhunderts. Dabei setzte er offenbar sehr gezielt seine enorme Sammlung nordischer Graphik ein, die zu den umfangreichsten in den nördlichen Niederlanden zählte. Nicht nur in seinen Historien, sondern auch in vielen seiner Selbstporträts verweist Rembrandt auf die eigenständige Tradition einer nordalpinen Malerschule, als deren Mitglied er sich sieht und präsentiert.

∙ Prof. Dr. Volker Manuth studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Klassische Archäologie in Kiel, Bonn und Berlin. Er promovierte 1987 an der Freien Universität Berlin über die Ikonographie der Historien des Alten Testaments bei Rembrandt und seiner frühen Amsterdamer Schule. Anschließend war er von 1988 bis 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an der FU Berlin. Von 1995 bis 2003 hatte er als Professor für Kunstgeschichte den A. Bader Chair of Northern Renaissance and Baroque Art an der Queen’s University, Kingston, Ontario (Kanada) inne. Seit 2003 ist er Professor für Kunstgeschichte an der Radboud Universität in Nimwegen (Niederlande).