Vulgäre Dokumente? Zum Diskurs der künstlerischen Farbfotografie in Westdeutschland 1973–1989

Prof. Christoph Schaden

Vortrag anlässlich der Ausstellung „Doing the Document“.
Ort: Kino im Museum Ludwig, Südeingang

 

Der US-amerikanische Fotograf Walker Evans bezeichnete 1969 das Wesen der Farbfotografie als „vulgär“. Sein Verdikt führte seit Mitte der Siebziger Jahre bei einer jüngeren FotografenInnengeneration in Westdeutschland zu einem Gegenreflex, um in den Motivbereichen des Alltags dokumentarisch verstärkt nach Wahrheiten des Trivialen zu suchen. Zu verführerisch schien es dieser Generation, das zentrale Gestaltungsmittel der Farbe einzusetzen. Der Vortrag skizziert das transatlantische Kapitel der Fotogeschichte aus einer rezeptionshistorischen Perspektive heraus anhand von Publikationen, fotografischen Bildern und Zeitzeugnissen.
Christoph Schaden ist Professor im Bereich Bildwissenschaft an der TH Nürnberg und Ausstellungskurator.