Wallraf, Goethe und die Gebrüder Boisserée. Sammeln in Konkurrenz

Dr. Thomas Ketelsen und Christoph Orth

Vortrag anlässlich der Ausstellung „Wallrafs Erbe“. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf

Im Jahr 1797 erwarb Wallraf ein umfangreiches Konvolut an italienischen Zeichnungen des 17. Jahrhunderts. Mit diesem Ankauf stellte sich Wallraf in die glorreiche Tradition der Kölner Sammler, die mit Everhard III. Jabach im 17. Jahrhunderts begründet worden war. Zugleich aber konkurrierte er mit anderen bedeutenden Sammlern seiner Zeit, wie etwa mit Johann Wolfgang Goethe in Weimar (mit dem Wallraf in persönlichem Kontakt stand), mit den Gebrüdern Boisserée, Herzog Albert von Sachsen-Teschen in Wien oder dem Kaufmann Johann Friedrich Städel in Frankfurt. Die Vorträge von Christoph Orth und Thomas Ketelsen skizzieren das historische, ästhetische und intellektuelle Umfeld, das um 1800 das kennerschaftliche Sammeln von Zeichnungen, Druckgraphiken und Gemälden bestimmt hat.
Christoph Orth arbeitet zur italienischen Zeichenkunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Thomas Ketelsen ist Leiter der Graphischen Sammlung im Wallraf und Kurator der Wallraf-Ausstellung.