KunstBewusst verbindet spannende Einblicke in die Welt von Kunst und Museum mit FREUNDschaftlichen Begegnungen und Gesprächen.
Kunst löst Fragen aus! Diese auf interessante Weise zu beantworten, leistet die von den Freunden und der Fritz Thyssen Stiftung gemeinsam präsentierte Vortragsreihe "KunstBewusst". Sei es ein klassischer Expertenvortrag zu einer aktuellen Ausstellung, ein Künstlergespräch, ein übergreifender Vortrag zur Thematik "Museum und Sammlung" oder eine Hörspielperformance auf der Dachterrasse des Museums Ludwig. Im Anschluss an die Vorträge bietet sich bei einem Imbiss von Kunz-Mahl die Gelegenheit zum Gedankenausstausch.
Nächste Termine:
Jacques Tati und der Modernismus
Matali Crasset, Domeau & Pérès und Katia Baudin
Dienstag , 19.00 Uhr
Gespräch (frz. mit Übersetzung) und Film Playtime zur Ausstellung . Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung. Organisiert mit der Unterstützung des Institut Francais de Cologne, anlässlich PASSAGEN Interior Design Week Köln.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Der französische Schauspieler und Regisseur Jacques Tati hat in seinen Filmen einen phantasie- und humorvollen Blick auf seine Zeitgenossen gelegt, insbesondere deren Faszination im Nachkriegsfrankreich für High Tech und Modernismus in Architektur und Design kritisiert von Tati als dysfunktional, unpersönlich und steril. Das besondere Universum von Tati findet in der jetzigen Epoche eine besondere Resonanz, und inspiriert sowohl Künstler wie Cosima von Bonin, die Tati in ihrer Ausstellung einlädt wie auch Designer. Tatis Modernismuskritik erreicht seinen Höhepunkt in Playtime, welches auf Anregung von Cosima von Bonin projektiert wird im Anschluss zur Diskussion.
Das Duo Bruno Domeau und Philippe Pérès sowie Matali Crasset arbeiten im Bereich Design, Katia Baudin ist Kuratorin der Ausstellung.
Raumerfahrung und Existenz
Phyllida Barlow, Jan Verwoert, Thomas Trummer und Kasper König
Dienstag , 19.00 Uhr
Gespräch (engl.) zur Ausstellung Vor dem Gesetz. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Das zentrale Thema der Ausstellung sind die grundlegenden Bedingungen menschlicher Existenz. Skulpturen und Statuen besitzen eine Unmittelbarkeit in der ästhetischen Begegnung. Worin bestehen Würde und Unantastbarkeit menschlichen Lebens heute? Wie steht es um die Conditio Humana im zweiten Jahrzehnt des zweiten Jahrtausends? Vor dem Gesetz versammelt vorwiegende raumgreifende Arbeiten. Figurative Statuen der 50er Jahre, wie etwa jene von Germaine Richier, Henry Moore, Reginald Butler oder Marino Marini stehen Werken der Gegenwartskunst gegenüber, Pawel Althamers Paraphrase auf die Bürger von Calais, Zoe Leonhards ausgemergelter Baum Tree, Jimmie Durhams Installation gegen Diskriminierung und Thomas Schüttes Vater Staat.
Die Künstlerin Phyllida Barlow ist mit zwei Räumen in Vor dem Gesetz vertreten. Gespräch mit Jan Verwoert und den beiden Kuratoren.
From Hell Das Design des Paduaner Teatro Anatomico
Dr. Roland Krischel
Donnerstag , 19.00 Uhr
Vortrag in der Reihe Neue Perspektiven. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Das 1595 in Betrieb genommene Paduaner anatomische Theater ist der älteste noch existierende Hörsaal seiner Art. Offenbar hat der von Dante Alighieri beschriebene Höllentrichter hier bauliche Gestalt gewonnen. Durch den Gebrauch für die öffentliche Sektion wurde das begehbare 3D-Modell des Inferno zu einem philosophischen Raum, wo nicht allein medizinisches Wissen, sondern auch stoische Gefasstheit im Angesicht menschlicher Vergänglichkeit erworben wurde. Die Idee, der seinerzeit tobenden Dante-Debatte (ca. ) um Form und Maße der Hölle mit einer gebauten Rekonstruktion des Infernos den krönenden Abschluß zu geben, ist atemberaubend. Zahlreiche Indizien deuten auf Galileo Galilei als Entwerfer der Konstruktion hin.
Dr. Roland Krischel ist Vizedirektor des Wallraf und Kurator der Mittelalter-Abteilung.
Die Revolution sind wir? Beobachtungen zur politischen Kunst heute
Prof. Claus Leggewie
Dienstag , 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung Vor dem Gesetz. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Wenn die Zeiten nach Umwälzung bestehender Verhältnisse rufen, wird oft auch die Kunst politischer. Aber wie? Als Agitation und Propaganda, in documenta-Diskursen, oder qua Kunst? Claus Leggewie stellt aktuelle Versuche vor und stellt sie in den Kontext globaler sozialer Protestereignisse und -bewegungen.
Claus Leggewie ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.
Gastspiel Universität Köln
Museum Ludwig
Der politische Appell von Kunst: Möglichkeiten existentieller und ästhetischer Erfahrung am Beispiel der Skulptur der 50er Jahre
Prof. Andreas Speer und Kasper König
Öffentlich vs. Privat Die Zukunft deutscher Kunstmuseen
Prof. Michael Göring
Donnerstag , 19.00 Uhr
Vortrag in der Reihe Museum und Sammlung. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Der Druck auf die Museumsleiter nimmt seit Jahren zu: Wer sammelt die meisten privaten Mittel, wer gewinnt die finanzstärksten Sponsoren? Aber wie sonst sind große Ausstellungen und teure Erwerbungen überhaupt noch zu schultern? Andererseits entstehen private Ausstellungshäuser. Die Kunsthalle in Emden, das Bucerius Kunst Forum in Hamburg, das Museum Frieder Burda in Baden-Baden und einige mehr zeigen, dass auch private Träger mit oder ohne eigene Sammlung Publikumsmagneten werden. Wächst hier eine neue Konkurrenz heran? Können öffentliche Kunstmuseen von privaten lernen? Kann man kooperieren?
Prof. Michael Göring leitet die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Hamburg, die Trägerin des Bucerius Kunst Forums, das im Jahr 2011 über 250 000 Besucher angelockt hat.
Cosima von Bonins Köln der 90er Jahre: eine Märchenstunde
Daniel Buchholtz, Diedrich Diederichsen, Isabelle Graw, Michael Krebber und Katia Baudin
Dienstag , 19.00 Uhr
Gespräch zur Ausstellung . Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Cosima von Bonins Entwicklung als Künstlerin ist eng verbunden mit Köln. Mitentscheidend war dabei Ihre Begegnung mit dem Künstler Martin Kippenberger, zu dessen inneren Kreis sie gehörte. Es war die Epoche, in der Köln im kreativen und intellektuellen Bereich der zeitgenössische Kunst und Musik maßgeblich war, was sich u.a. widerspiegelte durch Texte zur Kunst und Spex. In diesem Kontext, ist die Künstlerin Cosima von Bonin groß geworden. Wie war es, damals in Köln als Künstler zu leben und zu arbeiten? Welche Spuren haben diese Jahre hinterlassen?
Isabelle Graw ist u.a. Herausgeberin von Texte zur Kunst, Diedrich Diederichsen arbeitet als Kulturwissenschaftler und ist Professor in Wien, Michael Krebber ist Kölner Künstler und Daniel Buchholz ist Galerist in Köln.
Rückverzauberung + Dawn of the Dead
Wolfgang Voigt und ein Film von George A. Romero
Donnerstag (!) , 18.45 und 21.15 Uhr
Konzert und Film anlässlich der Ausstellung . Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kinosaal und innerhalb der Ausstellung, im DC-Saal, Museum Ludwig
Cosima von Bonin hat Kulturschaffende aus den Bereichen Musik, Theater, Literatur, Film und Kunst eingeladen an ihrer Ausstellung und am Rahmenprogramm teilzunehmen. Hierzu gehört der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor George A Romero, dessen schräge, Lowbudget Horrorfilme mit Zombie Gestalten Kultstatus erreicht haben. Bonin hat für diesen Abend Romeros zweiten Zombie Film Dawn of the Dead ausgewählt eine explizite Kritik an der amerikanischen Konsumkultur. Der Abend wird fortgesetzt mit einem Konzert von Wolfgang Voigt innerhalb der Ausstellung. Voigt ist Musikproduzent und Künstler, er gilt als wichtigster Wegbereiter des Kölner Minimaltechno und ist Mitbegründer des weltweit erfolgreichen Elektroniklabels Kompakt.
Friedrich Nerlys Grotte des Posillipo und die Geschichte der klassischen Unterweltsreise nach Italien
Dr. Fritz Emslander
Donnerstag , 19.00 Uhr
Vortrag in der Reihe Neue Perspektiven. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Der antike Straßentunnel durch den Berg Posillipo bei Neapel war das südliche Nadelöhr der Grand Tour, das alle Reisenden zu passieren hatten. Jenseits wartete die vulkanische Landschaft der flegreischen Felder, wo man seit der Antike den Hades und das Elysium der Dichter lokalisierte. Direkt über der Grotte pilgerte man zum mutmaßlichen Grab des Vergil und rief sich die Unterweltsfahrt des Aeneas ins Gedächtnis. Und so stilisieren die Reisebeschreibungen auch die Durchfahrt durch den Tunnel mit ihren Gefahren und ästhetischen Zumutungen zum Spektakel. Das Gemälde Friedrich Nerlys bringt uns auf diesen Gang durch die Eingeweide der Erde im reizvoll erlebten Spannungsfeld zwischen Reisealltag und mythologischer Überhöhung.
Fritz Emslander ist Kurator für zeitgenössische Kunst am Museum Morsbroich, Leverkusen, und promovierte über Italiens Grotten im 18. Jahrhundert.
Die Masken der Schönheit. Hendrick Goltzius und die Imitatio artis um 1600
Prof. Jürgen Müller
Donnerstag , 19.00 Uhr
Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung Artisten der Linie. Hendrick Goltzius und die Kunst der Graphik um 1600. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Im Laufe des 16. Jahrhunderts entsteht in der bildenden Kunst ein Bewusstsein eigener Modernität. Damit geht die Frage einher, ob die Vergangenheit als Maßstab aktueller Kunstproduktion gelten kann. Klassische Modelle der Imitatio artis, die vom Künstler die Nachahmung antiker oder italienischer Kunst fordern, werden als unzureichend empfunden. Der Vortrag will dieses Problem nachzeichnen und am Beispiel ausgewählter Kunstwerke seine Auswirkungen diskutieren. Dabei stehen Allegorien von Hendrick Goltzius im Zentrum, der eine Mittlerrolle zwischen Modernisten und Traditionalisten einnimmt.
Jürgen Müller ist Professor an der Technischen Universität Dresden.
To be Confirmed
Über Vor dem Gesetz
Stephan Balkenhol
Dienstag , 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung Vor dem Gesetz. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Gesetz, Eigengesetz, Autonomie
Prof. Rainer Metzger
Dienstag , 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung Vor dem Gesetz. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Kino im Museum Ludwig (Vortragssaal), 1. Etage
Vor dem Gesetz sitzt ganz buchstäblich Brutus, wie ihn Jacques-Louis David in seinem Gemälde, das nicht von ungefähr 1789 entstanden ist, inszeniert. Im Hintergrund wird die Leiche seines Sohnes hereingebracht; die Staatsraison, verkörpert von ihm, Brutus, selbst, hat dessen Hinrichtung gewollt. Brutus im Nacken ist die Statue der Dea Roma aufgepflanzt, damit nur jeder versteht, woher das Kommando kommt. Doch ist dieses, ganz statuenhafte Gesetz nicht das einzige. Im Gegenteil: Ungewöhnliches dringt nun ein in die Geschichten und in die Bilder, ein Impuls, ein Impetus, ein Imperativ, der sie von Grund auf verändert. Es beginnt das Zeitalter der Moderne.
Rainer Metzger ist Professor für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Karlsruhe.
Vor die Idee haben die Götter das Ungeheuer gesetzt. Auf den Spuren des Kunsthistorikers Aby Warburg
Prof. Ulrich Rehm
Donnerstag , 19.00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung Die entfesselte Antike. Aby Warburg und die Geburt der Pathosformel. Gemeinsam veranstaltet mit der Fritz Thyssen Stiftung.
Ort: Stiftersaal im Wallraf
Wer war Aby Warburg? Obwohl der Hamburger Kunsthistoriker mit der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg eine der maßgeblichen kunsthistorischen Forschungseinrichtungen begründet hatte, war er im Laufe der Nachkriegszeit nahezu in Vergessenheit geraten. Abhilfe gab es erst 1970, dank einer Biographie von Ernst Gombrich. Und in der letzten Zeit erfolgen zunehmend Versuche, die Persönlichkeit und die wissenschaftlichen Verdienste Warburgs neu zu konturieren, nicht zuletzt im Rahmen einer sich etablierenden Bildwissenschaft. Ausgehend vom spektakulären Hamburger Dürer-Vortrag im Jahr 1905, in dem Warburg erstmals mit dem Begriff der Pathosformel operierte, sollen wesentliche kunsthistorische Impulse Warburgs vorgestellt werden.
Prof. Ulrich Rehm ist Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte des Mittelalters der Ruhr-Universität Bochum.
Eintritt KunstBewusst-Veranstaltungen: 2,50 Euro / ermäßigt 1,50 Euro / Mitglieder der Freunde frei.
Gibt es Themen und Referenten, die Sie besonders interessieren?
Wir freuen uns über Ihre Anregungen!
Begehrte Gäste renommierter Institutionen der Kunst und Kultur aus dem In- und Ausland waren u.a.:
Ivan Nagel, Tuula Arkio, Gottfried Boehm, Georg Stefan Troller, Friedrich Kittler, Willibald Sauerländer, Diedrich Diederichsen, Klaus Theweleit, Klaus Albrecht Schröder, Douglas Crimp, Thomas Meinecke, Katharina Sieverding, Thomas Macho, Walter Grasskamp, Thomas Ruff, Martin Warnke, Neo Rauch, Hans Belting, Wim Crouwel, Richard Brettell, Tobias Rehberger, Marina Abramovic, Kim Gordon & Jutta Koether, Oswald Wiener, Thomas Reiter, Richard Hell, Liam Gillick, Werner Busch, Geoffrey Batchen, Benjamin Buchloh, Harun Farocki, Franz West, Max Hollein, Ruedi Baur, Wade Guyton, Thomas Bayerle, Mark Z. Danielewski, Clemens von Wedemeyer, Christian Lacroix, Barbara Vinken, Winfried Nerdinger.



